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Wege zum Bürgershof
• Streit um Bürgerhof
- PNN, Wochenendeausgabe 24.08.2002

• Arkadiens schönster Biergarten
- Welt am Sonntag, Berlin-Teil 05.07.2003

• Alte Tradition wird fortgesetzt
- PNN, Do. 03.07.2003

• Einkehr in Klein Glienicke
- PNN, Wochenendeausgabe 05.07.2003

• Bayerisches an der Glienicker Lake
- MAZ, Mo. 07.07.2003

• Neues Leben im Historischen
  Bürgershof

- PNN, Mo 07.07.2003

• Gäste aus dem Paradies
- PNN, Wochenendeausgabe 17.07.2004

• Südseezauber
- MAZ, Sa./So. 17/18.07.2004

• Bürgershof bewirtet Bedürftige
- MAZ, Do. 02.12.2004

• Lecker Gänsekeule und Grütze gratis
- MAZ, Mo. 27.12.2004

• Vanillekipferl und selbst gebackenen
  Stollen

- PNN, Mo. 27.12.2004

• Namen und Nachrichten
- MAZ, Mi. 29.12.2004

• Nicht allein gefeiert
- PNN, Mo. 03.01.2005

• Biergarten mit bayerischer Brotzeit
- MAZ, 04/05.07.2005
Pressetexte zum Bürgershof


Streit um Bürgerhof
Gelände aus B-Plan Klein Glienicke herausgenommen

Eine Altlast Potsdamer Planungen nach der Wende soll endlich auf den Weg gebracht werden: Der B-Plan Nummer 92 Klein Glienicke. 1994 trug er noch die Nummer drei und wurde als Satzung beschlossen. Die Genehmigung erteilte die Obere Baubehörde jedoch nicht.
Jetzt also ein neuer Anlauf, am Donnerstagabend war der Plan Thema im Ausschuss für Recht, Sicherheit, Ordnung und Umweltschutz, nächste Woche steht er auf der Tagesordnung des Bauausschusses.
Der Bürgerhof in der Waldmüllerstraße 5 ist samt zweier Nachbargebäude aus dem B-Plangebiet herausgenommen worden. Was das für den Bürgerhof bedeutet, ist nicht ganz klar. Stadtverordneter Klaus Hugler (B90/Grüne) mutmaßt, das "Ende des Bürgergartens" werde mit dem Auslegungsbeschluss besiegelt. Das liest sich im Antrag aber ganz anders: "Die Ausflugsgaststätte Bürgerhof stellt für Klein Glienicke eine lokale zu erhaltende Besonderheit dar und soll unbedingt wieder errichtet werden." Das Hauptgebäude war 1971 gesprengt worden. Beim geplanten Neuaufbau gibt es Bedenken der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten wegen der Bauhöhe. Die soll nun auf 38,50 Meter, sechs Meter über dem anstehenden Gelände, beschränkt bleiben. Nach Meinung der Verwaltung werden dadurch die Sichten aus dem Park nicht in dem Maße beeinträchtigt, dass das Baurecht zu versagen wäre.
PNN Wochenendausgabe 24.08.2002

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Arkadiens schönster Biergarten
Anno 1973 wurde in der Enklave Klein-Glienicke der Bürgershof gesprengt
- ein Berliner Rechtsanwalt läßt das Ausflugslokal jetzt wiederauferstehen

Von Peter Schubert

So hätte sich Gunnar Schnabel seine neue Nebentätigkeit sicher nicht vorgestellt. Schon am frühen Nachmittag ist der Biergarten rappelvoll - und ausgerechnet heute bleibt der Saft weg im "Bürgershof". Nicht dass Schnabel als neuer Betreiber der Ausflugsgaststätte am Havelstrand schon nach wenigen Tagen das Bier ausgegangen wäre. Ein Stromausfall hat am Dienstag in der Orkannacht einfach seine Kühlschränke lahm gelegt. "Was für ein Gerenne" schimpft der 41-jährige Rechtsanwalt, "das Telefon geht immer noch nicht." Die Festgesellschaft freilich nimmt es ganz gelassen.
Theatervolk ist zu Gast: Sasha Waltz, Jochen Sandig und das Ensemble der Schaubühne haben den Biergarten reserviert, um das 40-jährige Jubiläum ihres Theaters zu feiern. Der Grillteller schmeckt, das Bier auch.
Und vor allem dieser atemberaubende Ausblick auf Preußens Arkadien. Wo sonst kann man mitten im UNESCO-Weltkulturerbe im Biergarten sitzen und zuschauen, wie die Sonne hinter dem Pfingstberg untertaucht?
"Wie auf Capri" lacht Schnabel, sichtlich bemüht, (für den Fotografen) ein volles Tablett Berliner Weiße in Balance zu halten. Wohlgemerkt, Schnabel ist eigentlich Rechtsanwalt. Und nicht Kellner. "Eine Wirtschaft zu betreiben, das hätte ich mir vor wenigen Wochen nicht mal träumen lassen", sagt er. Doch dann boten ihm Mandanten überraschend den Biergarten an. 13 Jahre lang hatten sie mit Schnabel um das Grundstück gekämpft. Das verbindet. "Sie wollten den Grund und Boden jedenfalls nicht irgendwem als Bauland in den Rachen werfen", sagt Schnabel.
Als "Datschen-Schnabel" hat sich der umtriebige Advokat in Berlin einen Namen gemacht. Gleich nach der Wende stürzte er sich als junger Jurist auf das Vermögensrecht, um Alteigentümern zur Rückübertragung ihrer von der DDR geraubten Grundstücke zu verhelfen. Ein Einzelkämpfer, der auch vor scheinbar aussichtslosen Fällen nicht zurückschreckte. Neben den rechtlich komplizierten Datschenfällen hat sich Schnabel auf Mauergrundstücke spezialisiert. Eines der wohl kniffligsten Verfahren: der Fall Bürgershof.
Nur wenige wissen heute noch um die Geschichte des traditionsreichen Lokals. Bereits seit 1873 wurde im "Bürgershof" Gerstensaft ausgeschenkt. Zur Kaiserzeit galt das Lokal als "anerkannt bestrenommiertes und größtes Etablissement der Umgegend Potsdam", wie es in einem alten Prospekt heißt. Die Kapelle des InfanterieRegiments Nr. 9 gab im Sommer immer sonntags Militärkonzert. Jeden ersten Mittwoch lockte ein "großes Elite-Feuerwerk". 1000 Gäste faßte der Garten, weitere 1000 Sitzplätze die 1886 im Renaissance-Stil errichtete Gaststätte.
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg existierte der "Bürgershof" wieder, diente als Tanzpalast für die Potsdamer Jugend. Selbst DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl war, zur Wiedereröffnung der Glienicker Brücke, zu Gast.
Dann jedoch wurden die Betreiber von der DDR enteignet. Das idyllische Arkadien wurde zweigeteilt. Heute erinnert nur ein riesiger Lichtmast im Biergarten daran, dass genau hier die Berliner Mauer die pittoreske Kulturlandschaft zwischen Potsdam und Babelsberg zerschnitt. Kaum mehr vorstellbar, dass Klein-Glienicke eine Exklave war. 1971 hat das VEB Autobahn-Kombinat dann sogar das Restaurantgebäude gesprengt, um freie Schußbahn für die DDR-Grenztruppen zu schaffen. Vom Ufer aus, direkt an der Zufahrt zum Griebnitzsee gelegen, konnten Flüchtlinge leicht auf einen vorbeischippernden Havelkahn springen, um so via Teltowkanal nach West-Berlin zu gelangen.
Als die Eigentümer nach dem Mauerfall endlich ihren Besitz zurückforderten, lauerten neue Hürden: Erst sollten die Mauergrundstücke gar nicht restituiert werden. Als schließlich vom Gesetzgeber der Rückkauf zu 25 Prozent des Verkehrswertes eingeräumt wurde, mauerte plötzlich die Stadt Potsdam. Die Verwaltung bestritt, dass es sich jemals um ein Mauergrundstück gehandelt habe. Das Grundstück sei früher "ausschließlich für kulturelle Zwecke genutzt" worden, heißt es in einem Rechtsträgernachweis von 1976, auf den sich die Stadt stur berief. Den Gegenbeweis trat Schnabel jetzt ausgerechnet mit Fotos der DDR-Grenztruppen an - der Fotozirkel "Walter Junker" hatte aus lauter Langeweile jedes Detail im Mauerstreifen geknipst.
Ende gut, alles gut? Am 5. Juli will Schnabel den Biergarten offiziell eröffnen - und langfristig das Haupt-haus wiederaufbauen.


Welt am Sonntag, Berlin-Teil, S. 77
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Alte Tradition wird fortgesetzt
Biergarten Bürgershof nimmt seinen Betrieb wieder auf

Welf Grombacher

Es ist soweit: Der Biergarten Bürgershof in Klein-Glienicke öffnet nach Besitzerwechsel, umfangreichen Sanierungsarbeiten und zwischenzeitlich verhängtem Baustopp endlich wieder seine Zapfhähne. Zwar läuft der Gaststättenbetrieb seit knapp zwei Wochen, doch die feierliche Eröffnung mit dem "Berliner Salonorchester" und dem "A-Cappella-Chor Neues Deutschland" steigt am Samstag ab 13 Uhr.
Platz für 650 Durstige bietet die frisch gestaltete Außenanlage des neuen Biergartens, in dem die gut bürgerliche Tradition des Gasthauses fortgeführt wird. "Neben fünf verschiedenen Biersorten und Wein bieten wir Bratwürste, Leberkäs, Brezeln und Krustenbraten" erläutert der neue Besitzer des Bärgershofes Gunnar Schnabel. Der Potsdamer Rechtsanwalt mit Kanzlei in Berlin sprang vor sechs Wochen ein, als der bisherige Betreiber aus Berlin, der das Grundstück vor gut einem Jahr von der Stadt gekauft hatte, aus finanziellen Gründen die Segel streichen mußte.
Geblieben ist der Name "Bürgershof Hotel und Restaurant GmbH". Doch ein Hotel will der Rechtsanwalt auf keinen Fall an der Waldmüllerstraße bauen. "So hieß nur die alte Aktiengesellschaft, die den Garten und die 1873 erbaute Bierhalle betrieben hat. Den Namen habe ich mir sichern lassen", erklärt Schnabel. "Ich will so an die mehr als 130-jährige Tradition des Biergartens anknüpfen und den Garten wieder zum anerkannt bestrenommierten und größten Etablissement der Umgegend Potsdam machen, wie es in historischen Quellen heißt."
Rund 800 000 Euro hat der neue Besitzer in die Umgestaltung der Freifläche und die Sanierung der Schankstube gesteckt. Auch ein Toilettenhaus und einen kleinen Kinderspielplatz hat er angelegt. Alles ohne Kredit und ohne Fördermittel. Darauf ist er stolz. Dabei war es nicht einfach, das Grundstück umzugestalten. "Fünf verschiedene Behörden haben Mitspracherecht und drei davon unter-schiedliche Vorstellungen, wie das Gelände zu entwickeln ist", berichtet der Rechtsanwalt, der schon für den Vorbesitzer die rechtlichen Belange regelte und sich mit dem von der Stadt verhängten Bau-stopp vor ein paar Wochen rumschlagen mußte. "Von der Farbe der Sonnenschirme bis zur Pflanzung von Johannisbeersträuchern neben dem Freisitz war alles vorgegeben", so Schnabel. Auch die 20 Autostellplätze vor dem Haus.
Die nehmen übrigens fast genau die Fläche ein, die der 1886 von Petzholtz errichtete Neorenaissance-Gasthof beanspruchte. Eine Option für einen Neubau auf dieser Fläche will sich der Besitzer offen halten und sie notfalls vor Gericht durchsetzen. "Obwohl ich in den nächsten zehn Jahren nicht plane, zu bauen", teilt Schnabel mit. Im Dezember soll erstmal der schon vorhandene, südlich angelagerte Festsaal mit historischem Deckengebälk eröffnet werden.


PNN, Do. 03.07.2003
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Einkehr in Klein Glienicke
Das Ausflugslokal "Bürgershof" bietet wieder Speise und Trank

Klein Glienicke. Der "Bürgershof" in Klein Glienicke ist zu neuem Leben erwacht. Nach der Ouvertüre am vergangenen Wochenende wird die traditionsreiche Gaststätte mit dem großen Biergarten zwischen Waldmüllerstraße und dem Wasserweg an diesem Sonnabend offiziell eröffnet.
Ab 13 Uhr werden die Gäste unter den blauweißen Sonnenschirmen von Peter Meister und seinem Gastronomenteam mit Speise und Trank bewirtet, um 15 Uhr beginnt die Einweihungsparty. Sie verspricht, ein Volksfest zu werden, wozu Markstände beitragen wollen. Ein Stand aus Wien kommt mit Obst aus Österreich und mit Erzeugnissen, die daraus gewonnen werden, wie Früchteschnaps. Spreewälder Gurken und Bautzener Senf können gekostet und erworben werden. Natürlich ist auch an mancherlei Abwechslung für die Kinder gedacht. Um 16 Uhr wird das Berliner Salonorchester aufspielen und an die Zeit erinnern, als der Bürgershof den Ruf als größtes Potsdamer Ausflugslokal genoß und einen herrlichen Ballsaal hatte. Noch mehrere Jahre nach dem zweiten Weltkrieg erklang hier Tanzmusik.
Dann kam der kalte Krieg. Das von Baumeister Petzholz geschaffene Hauptgebäude wurde in den 1970er Jahren abgerissen, weil es im DDR-Grenzgebiet lag, nach der Wende mußten die Eigen-tumsverhältnisse neu geordnet werden. (PNN berichteten) "Hotel und Gaststätten Bürgershof GmbH" - der Name existiert weiter, Inhaber ist nun Rechtsanwalt Gunnar Schnabel. In den vergangenen Monaten ist auf dem Gelände kräftig gebaut worden. Groß war der Aufwand beim Verfüllen des ehemaligen Kellergeschosses, auf dem sich nun neben neuen Rasenflächen und Gehölzen der Biergarten erstreckt. Im verbliebenen Altbau, in dem einst auch eine Kegelbahn untergebracht war, ist eine "Küche mit Kühlleitung vom Feinsten entstanden", ein neues Toilettengebäude hat schon von sich reden gemacht.
Bei schlechtem Wetter und auch in der kalten Jahreszeit soll im modernisierten Altgebäude serviert werden.

Jo

PNN 05.07.2003
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Bayerisches an der Glienicker Lake
"Bürgershof" Klein-Glienicke nach einem dreiviertel Jahr Umbaupause wieder offen

Nach einem dreivierteljahr Bauzeit hat am Sonnabend die Traditionsgaststätte "Bürgershof" in Klein-Glienicke wieder eröffnet. Bei Live-Musik des Berliner Salonorchesters und Gratis-Sekt zur Begrüßung tummelten sich Stammgäste und Neugierige im 650 Plätze fassenden Biergarten auf dem malerisch gelegenen Areal an der Glienicker Lake. Für 800 000 hat Inhaber Gunnar Schnabel das Innere des Hauses komplett modernisiert und ein Toilettenhäuschen mit 35 WCs errichten lassen. Neu ist auch das original bayerische Biergartenmobiliar. Auf der Fassade des Lokals derweil hat nur der "Bürgershof" Schriftzug frische Farbe. Wäre die Außenfront saniert worden, hätte dies die Öffnung des Hauses "wegen Abstimmungsfragen mit der Denkmalpflege" nicht verzögert, sondern dem Lokal ein möglicherweise zu edles Aussehen gegeben, sagt der Inhaber.
Passend zum Ambiente präsentiert sich die Gastronomie ländlich. Zum bayerischen Weißbier vom Faß gibt es Deftiges zu vergleichsweise kulanten Preisen, zum Kaffee frischen Blechkuchen. Ende des Jahres soll auch das Restaurant im Innern mit 150 Plätzen öffnen. An zehn Meter langen, wuchtigen Tischen werde ebenfalls hauptsächlich deutsche Küche serviert. Bis dahin will Schnabel auch Souvenirs rund ums Lokal anbieten. Etwa Postkarten mit historischen Motiven des Ausflugsziels um die Jahrhundertwende sowie T-Shirts mit Aufdruck des (beim Markenpatentamt München mittlerweile weltweit geschützten) Namens "Bürgershof". In den nächsten drei Wochen er-wartet der Inhaber Spielgerät, damit auch für die Kleinen der Ausflug lohnt.
Sechs Festangestellte und vier Saisonkräfte kümmern sich um das Wohl der Gäste. Der "Bürgershof" hat wochentags ab 13 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen ab 11 Uhr geöffnet.


MAZ, Mo. 07.07.2003
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Neues Leben im Historischen Bürgershof - Konzerte und Wiener Küche sind angesagt

Von Georg Jopke

Klein-Glienicke. Die Sonne hielt sich versteckt und gelegentlich tröpfelte es auf die 20 großen Sonnen-schirme an der Waldmüllerstraße. Dennoch aber kam bei der Neueröffnung des traditionsreichen "Bürgershof"-Biergartens am Sonnabend die richtige Ausflugs-Stimmung auf. Das Gastronomen-Team unter Restaurantleiter Peter Meister hatte guten Anteil daran und natürlich das Berliner Salonorchester, das in "Caféhausbesetzung" einen Strauß bunter Melodien aus vergangenen Zeiten darbot. Und damit an jene Tage erinnerte, als der Bürgershof größtes Potsdamer Ausflugslokal war.
 
Gunnar Schnabel, Rechtsanwalt mit Wohnsitz in der Berliner Vorstadt und nunmehriger Besitzer des Wassergrundstücks an der Glienicker Lake hatte am Eröffnungstag viele Hände zu schütteln. Groß war die Schar der Freunde und Bekannten, die Blumen, Glück- und Erfolgswünsche überbrachten. Heinz Galz und Gattin kamen mit ihrem aufpolierten Chevrolet-Oldtimer vom Baujahr 1929 vorgefahren, der im Potsdamer Stadtbild schon so viel Aufmerksamkeit findet. Vertreter der Berliner Philharmonie waren gekommen und die Historikerin Dr. Monika Tatzkow überreichte ein historisches Plakat, auf dem der Bürgershof in Neubabelsberg seine Kon-zerte ankündigte.
So soll es wieder werden, versprach Gunnar Schnabel, der gern Auskunft über Vergangenheit und Zukunft des Lokals gab, der über das achtjährige Verfahren zur Eigentumsregelung berichtete und auch einen Blick in das aufwändig sanierte Wirtschaftsgebäude mit Küche und Sozialeinrichtungen für die Beschäftigten gewährte. Bis November dieses Jahres haben die Bauhandwerker noch zu tun, denn aus der einstigen Kegelbahn wird ein Gastraum für Schlechtwettertage und für die Winterzeit. Dann werden in das Gebäude sowie in die Außenanlagen rund 800 000 Euro investiert worden sein. "Ohne jedwede Fördermittel", wie Bauherr Gunnar Schnabel mit Nachdruck betont. Im nächsten Sommer sollen am Ufer noch zehn Strandkörbe aufgestellt werden. Zu den 650 Sitzplätzen, die gegenwärtig der Biergarten bietet, kommen noch etwa 150 hinzu. Größere Bauvorhaben sind dann zunächst nicht in Sicht. Sie sind aber auch noch nicht abgeschrieben.
Schmuckstück des Lokals war ja ursprünglich das von Baumeister Petzholtz im Jahre 1886 errichtete Portalgebäude mit dem großen Ballsaal. Es war in den 70er Jahren abgerissen worden, weil es im Grenzgebiet stand. Einen großen Neubau an dieser Stelle darf es nach Meinung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, der Denkmalpflege und der Stadtverwaltung nicht geben. Sie wollen Sichtachsen vom Park Babelsberg zu den hinter der Waldmüllerstraße liegenden Schweizerhäusern und auf das ganze weite Gebiet erhalten, das jetzt zum Weltkulturerbe gehört. Deshalb auch die strengen Auflagen für die Gestaltung des Biergartens. Für Gunnar Schnabel aber ginge ein Traum in Erfüllung, wenn hier wieder ein Ballsaal nach historischem Muster entstehen könnte. "Ich habe mein Herz an das Objekt verloren", gesteht er und verweist darauf, dass derzeit ein Bauvorbescheidverfahren läuft. Also noch offene Fragen, die auch bei der hiesigen Bürgerinitiative Gesprächsthema sind. Ganz sicher ist, dass es im nächsten Jahr im Bürgershof in Klein-Glienicke eine ganze Reihe von Konzertveranstaltungen geben wird, und dass sich das Restaurant ganz besonders auf Spezialitäten der Wiener Küche ausrichtet.


PNN, Mo. 07.07.2003
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Gäste aus dem Paradies
Zwölf Kinder von der Südsee-Insel Atiu verzaubern
mit ihren Tänzen den Klein-Glienicker Bürgershof

Der Himmel scheint nicht mehr ganz so grau, die Luft nicht mehr ganz so kühl, und das Wasser der Glienicker Lake - schimmert es nicht ein wenig türkis? Es ist der Zauber der Südsee, der an diesem Donnerstagabend mitten im Potsdamer Nicht-Sommer den Klein-Glienicker Bürgershof zu einer tropischen Oase macht. Trommelklänge schallen über den See, immer schneller wird ihr Rhythmus, immer schneller kreisen dazu die Hüften, fliegen die nackten Füße über den Sand, zucken die braunen Arme und Beine, blitzen die funkelnden Augen.
Sechs Mädchen und sechs Jungen sind es, die auf einer kleinen freigeräumten Fläche zwischen den Bierbänden den Sommer herbeizaubern - die Tanzgruppe der Enuamanu-Schule auf der Insel Atiu der Cook Islands. Sie tragen keine Schuhe, ihre Röcke haben sie aus der inneren Rinde der Hibiskusbäume selbst hergestellt, und die Mädchen verhüllen ihren Busen mit den halbierten Schalen von Kokosnüssen. Begleitet werden die 13- bis 15-jährigen Kinder von einer fünfköpfigen Band, deren erwachsene Instrumentalisten voller Inbrunst die Texte zu ihrer Musik singen - sie huldigen Tangaroa, dem Hauptgott der Insel Atiu, einer Meerjungfrau, die zur Königin der Meere wird, oder schlicht ihrer eigenen Lebensfreude.
Ins deutsche Sommer-Grau hat sie Jürgen Manske-Eimke gebracht - mit Hilfe der thüringischen Landesregierung. Denn die hat für die jugendliche Tanzgruppe die Hälfte der Flugkosten übernommen, und das eigentliche Ziel der Enuamanu-Schüler war auch nicht Potsdam, sondern das thüringische Zeulenroda. Dort haben die Cook-Insulaner die Herzen im Sturm erobert: Beim 2. Europäischen Hula-Festival gewannen sie den Gesamtpreis und die Publikumsauszeichnung, und ihr Können hat sich im halben Bundesland herumgesprochen. Schließlich hatte Manske-Eimke Auftritt in vielen Städten organisiert. Die Mädchen und Jungen von Atiu tanzten in Gera, Jena, Weimar, aber auch auf Fehmarn und in Stuttgart. Für fast alle von ihnen ist es die erste Reise weg von ihrer Insel - auf einen kühlen Kontinent. "Sie haben es alle sehr gut verkraftet, und wegen des Wetters ist auch keiner krank geworden", sagt Manske-Eimke. Der 62-Jährige, den die Kinder nur "Papa" nennen, ist für viele von ihnen wohl tatsächlich einer. "Sie waren alle noch nicht geboren, als ich auf die Insel kam." 21 Jahre ist das her. "1975 habe ich zum Glück den Absprung ins Paradies geschafft", sagt der gebürtige Weimarer. Seitdem lebt Manske-Eimke auf Atiu, baut Kaffee an. "Es ist ein Land, in dem man das ganze Jahr mit drei T-Shirts und drei Shorts auskommt, in dem es immer genug zu essen gibt, ob man arbeitet oder nicht", sagt er. "Das gibt einen Eindruck von der Lebensphilosophie."
Allerdings will Manske-Eimke nicht nur seine Landsleute von der Südsee begeistern. "Es ist Wahnsinn, welche Erfahrungen die Kinder gemacht haben", erzählt er. "Heute war ich mit ihnen in Sanssouci, sie haben so gestaunt." In Zeulenroda haben die Insulaner eine Woche bei Gastfamilien gewohnt und eine deutsche Schule besucht, und auch ins ehemalige Konzentrationslager Buchenwald ist Manske -Eimke mit ihnen gefahren. "Ich habe lange mit mir gerungen, doch es ist ein Teil unserer deutschen Vergangenheit." Finanzieren muß die Südsee-Truppe solche Fahrten meist selbst, und viele ihrer Auftritte - auch der in Potsdam - sind sogar kostenlos. "Das Geld ist nicht so wichtig", sagt Jürgen Manske-Eimke. "Das allerwichtigste ist, dass wir zum Kulturverständnis beigetragen haben."


Sabine Schicketanz

PNN, Wochenendausgabe 17.07.2004
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Südseezauber

Traditionelle polynesische Tänze stellte das Ensemble "Enuamanu Tamariki" von den Cook-Inseln am Donnerstagabend im Bürgershof in Klein-Glienicke vor. Die sechs Mädchen und sechs Jungen im Alter von 13 bis 15 Jahren gastieren zusammen mit sechs Musikern derzeit in mehreren deutschen Städten. Anlaß für ihre Reise nach Europa war das 2. Deutsche Hula-Festival in Zeulenroda. "Enuamanu Ta-mariki" wurde dort mit dem Gesamtpreis geehrt.

MAZ , Sa./So. 17./18.07.2004
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Bürgershof bewirtet Bedürftige
Anwalt, TV-Star und Pfarrer ermöglichen Weihnachtsaktion

Carola Hein

Der festlich geschmückte Tannenbaum steht schon in der Restauranthalle des Bürgershofes. Christstollen und Vanillekipferl - natürlich nach österreichischem Originalrezept - sind in Arbeit, und ab 13 Uhr werden am Heiligabend auch Punsch und knuspriger Gänsebraten serviert. Eingeladen sind heutige und ehemalige Bewohner von Klein-Glienicke, einsame und hilfsbedürftige ältere Menschen, Obdachlose. Für alle soll es neben kulinarischer auch geistige Stärkung geben bei gemeinsamem Singen und eine stimmungsvollen Weihnachtsprogramm.
"Eine tolle Idee von Gunnar Schnabel, Brücken zu schlagen zwischen Alteingesessenen, Zu-züglern und Menschen, denen es nicht so gut geht", freut sich Stephan Flade über die karitative Initia-tive des Anwaltes und Bürgershof-Geschäftsführers. Wer sich dermaßen "vorurteilsfrei" in den Dienst der christlichen Botschaft stellt, dem ist die Unterstützung des Pfarrers der evangelischen Kirchenge-meinde Babelsberg, der auch für Klein-Glienicke zuständig ist, sicher. Selbst an einen gratis Fahr-dienst für gehbehinderte und weiter entfernt wohnende Gäste ist gedacht.
Schnabels Saalmiete von knapp 3000 Euro für den am vergangenes Wochenende gedrehten neuen Quelle-Fernsehwerbespot macht's möglich. In der Hauptrolle: Günther Jauch. Deutschlands Sympathieträger Nummer eins ist seit 2003 Markenrepräsentant des zum angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzern gehörenden Versandriesen. Dort kann man auch "Jauch's Hund" ordern, ein interakti-ves Bernhardiner-Baby aus Plüsch. Was manchen amüsierte, denn privat macht der von Marketingex-perten zum glaubwürdigsten Promi Gekürte kein Hehl aus seiner Abneigung gegenüber bellenden, haarigen Vierbeinern. Aber, was tut man nicht alles für einen guten Zweck. Zu dem achtstündigen Dreh im Bürgershof, für den die Waldmüllerstraße mit rollender TV-Hightech zugeparkt war, erschien Jauch in Familie. Erstmals durften die Töchter dem Papa bei der Arbeit zuschauen, der als Werbeträ-ger wiederum erstmals in Potsdam-Kulissen vor der Kamera stand. Nicht direkt als Weihnachtsengel, aber eben doch als guter Geist.

MAZ, Do. 02.12.2004
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Lecker Gänsekeule und Grütze gratis
Traditionslokal Bürgershof bewirtete Senioren und ehemalige Klein Glienicker

Klein Glienicke Klaus Mannhöfer genießt sein Bier im Bürgershof. "Otto Reinhardt, der frühere Chef, war mein Patenonkel", erzählt der Rentner. 42 Jahre war er in Klein Glienicke zu Hause. Jutta Jagßenties lob die "leckere" Gänsekeule. Auch sie und ihre Söhne hatten die Einladung vom heutigen Geschäftsführer Gunnar Schnabel gern angenommen, Heilig Abend mit Alt- und Neu-Klein Glienickern und Hilfebedürftige in der festlich mit Tannenbaum und Krippe geschmückten Bierhalle gratis zu tafeln. "Wir sind zwar nicht bedürftig, aber die Idee fanden wir gut", so die 60-Jährige.
Die Sonne scheint zur Mittagsstunde und man schwelgt in Erinnerungen an das Leben in der einstigen Enklave. Die Kindergeburtstage der Jagßenties-Jungen gingen meist ohne Schulfreunde über die Bühne. Denn: Die beim ABV beantragten Passierscheine wurden abgelehnt. Weshalb? "Keine Ahnung", sagt die Mutter. Aber: Das gemeinsame "Eingesperrtsein" habe vielleicht auch "das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Nachbarn" gefördert, glaubt die Schulsekretärin, die inzwischen am Schlaatz wohnt.
Die rote Grütze mit Vanillesoße zum Abschluß des Weihnachtsmenüs ist ein Gedicht. Insgesamt 30 Gäste fanden den Weg ins Traditionshaus, das um 1900 mit 2000 Plätzen im Saal und im Freien und fast 100 Kellnern eines der größten Gartenlokale Europas war. Der junge Bürgershof-Koch Christopher Krauß hatte weitere 30 Gänsekeulen für die Senioren der evangelischen Kirchengemeinde Babelsberg zubereitet und in die Karl-Liebknecht-Straße geliefert. "Schade, dass der Saal nicht voll geworden ist", meint Michaela Klein vom Service. Vielleicht nächstes Jahr. "Obdachlose lesen vermutlich keine Zeitung", versucht Schnabel zu trösten und drückt Klaus Mannhöfer zum Abschied noch eine Tüte mit Vanille-kipfeln, Sekt, Bioäpfeln und Nüssen in die Hand.

he.
MAZ, Do. 27.12.2004
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Vanillekipferl und selbst gebackenen Stollen gab es für die Gäste der Weihnachtsfeier im Klein-Glienicker Bürgershof
Gans dank Jauch

"Wo ist denn Günther Jauch?" fragt ein älterer Herr etwas irritiert. Seine Augen suchen das Restaurant des Bürgershofes in Klein-Glienicke ab. Mit seiner Frau hat er sich am Vormittag des Heiligen Abends auf den Weg dorthin gemacht. Eingeladen hat der Geschäftsführer des Ausflugslokals Gunnar Schnabel. Mit Vanillekipferl, selbst gebackenem Stollen nach dem Rezept seiner Großmutter und Gänsekeule mit Rot- und Grünkohl bewirtet er seine Gäste - kostenlos. Alleingebliebenen, alten Menschen, aber auch ehemaligen und neuen Klein-Glienicker Bürgern will Schnabel damit an Weihnachten eine Freude bereiten. Nur mit Günther Jauch kann der Bürgershof-Chef nicht aufwarten, auch wenn der Potsdamer TV-Moderator großen Anteil an der Feier hat: Am ersten Adventswochenende hatte Jauch im Bürgershof einen neuen Fernsehwerbespot für das Versandhaus Quelle gedreht. Den Erlös von rund 3000 Euro nutzte Schnabel direkt für sein Weihnachtsfest, das in dieser Form erstmals stattfindet. Begeistert von der Idee ist Jutta Jagßenties. Mit ihrem Sohn Volker hat sie sich aufgemacht, Bilder mit von den alljährlichen Treffen ehemaliger Klein-Glienicker mitgebracht. 1945 erblickte die Mutter dreier Kinder auf dem an die Glienicker Lake und den Griebnitzsee angrenzenden Stückchen Land das Licht der Welt. Sie schwärmt vom einstigen dörflichen Charakter. Im Kalten Krieg gehörte Klein-Glienicke zum Grenzgebiet. Nach und nach zogen die "Ureinwohner" weg, erzählt Jutta Jagßenties. Bürgershof-Chef Gunnar Schnabel hört zu. Er ist interessiert an den Geschichten der Menschen, die seine Gäste sind. Mit 17 Jahren begann er, sich in der Berliner Bahnhofsmission zu engagieren. Etwas für andere Menschen zu tun, ist ihm wichtig, sagt der 42-Jährige. Der aus dem ehemaligen West-Berlin Stammende wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. Und so wollte er auch seinem Fest im Bürgershof einen religiösen Rahmen geben. Gewinnen konnte er für sein Vorhaben den Babelsberger Pfarrer Stephan Flade. Dass nur 15 Männer und Frauen seiner Einladung gefolgt sind, scheint Schnabel zu betrüben. Er hätte gern mehr Menschen an Heiligabend mit dem Beisammensein beschert.

PNN, Mo. 27.12.2004
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Namen und Nachrichten

"Arkadiens schönster Biergarten" beschäftigt Hobbyhistoriker. Stolz präsentiert Kuroosh Naderi, Restaurantleiter des 2003 wiedereröffneten "Bürgershof" in Klein Glienicke, eine stattliche Scherbe aus Porzellan, die vielleicht von einer Fleischplatte stammt. In gut lesbarer bordeauxroter Schrift ist am Rand der Name des Traditionslokals eingebrannt. "Um 1900 haben die Gäste des 1873 gegründeten Bier- und Weingartenrestaurants offenbar von solchem Geschirr gespeist", mutmaßt Naderi. Ein Nachbar habe den Fund unlängst beim Umgraben im Garten entdeckt und vorbeigebracht. Danach flatterte noch ein Weihnachtsgeschenk per Brief von Bernd Richter ins Haus. Der Schiffsführer der "Fredericus Rex", der bei Wannseerundfahrten regelmäßig den idyllisch an der Einfahrt zum Teltowkanal gelegenen Gasthof passiert, hat gerade dienstfrei. Die saisonale Winterpause der Haveldampfschifffahrtsgesellschaft bescherte dem Potsdamer historische Fotos, die er digitalisierte und an den "Bürgershof" adressierte. Darunter ausgezeichnete Luftaufnahmen der hauseigenen Dampferanlegestelle. "Früher, vor dem Mauerbau, fuhr von dort sogar mal eine Fähre über Glienicker Brücke nach Sacrow", erzählt Richter. Die Bilder hatte sein Kollege Jörg Boldt, der zu DDR-Zeiten in der Enklave lebte, im Familienalbum bemerkt. Der Bootsmann konnte Mutter Gisela überzeugen, die Raritäten zum Kopieren kurz herauszugeben. Es handele sich um undatierte Postkarten, vermutlich aus den 1920er Jahren, so Boldt. "Wir haben im Petzholtz-Bau noch verstecken gespielt", erzählt er. Das sind "hervorragende Zeitdokumente", freut sich Bürgershof-Eigentümer Gunnar Schnabel, der vor dem Verwaltungsgericht klagt, das 1971 gesprengte Gebäude mit Festsaal wieder aufbauen zu dürfen.

MAZ 29.12.2004
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Nicht allein gefeiert
»Weihnachtsaktion im "Bürgerhof«

Als ehemalige Einwohnerin von Klein-Glienicke war ich mit meinen Söhnen am Heiligabend zu Gast bei der Weihnachtsaktion im Restaurant Bürgershof. Eingeladen zu Christstollen und Vanillekipferl sowie knusprigen Gänsebraten hatten der Geschäftsführer selbst, Günter Jauch und Pfarrer Stephan Flade kostenlos. Eine wirklich tolle Idee von Gunnar Schnabel, Brücken zu schlagen zwischen ehemaligen Einwohnern, Zuzüglern und Menschen, denen es nicht so gut geht, die Weinachten nicht allein sein möchten.
Wenn auch Christopher Krauß als junger Bürgershof-Koch sowie Michaela Klein, Ines Orsetti, Restaurantchef Kuroosh sowie der eigentliche Initiator dieser karitativen Initiative etwas traurig über die Besucherzahlen waren, diese Aktion ist der Beginn einer Weihnachtsfeier in religiösen Rahmen, die zur Tradition werden sollte.
Zur Tradition geworden ist inzwischen auch schon das seit 1991 regelmäßig stattfindende Treffen zu Himmelfahrt der ehemaligen Klein-Glienicker, für das sich Achim Saenger aus Leverkusen sehr engagiert.
Am 05. Mai 2005 treffen sich alle "Ehemaligen" ab 10 Uhr im Bürgershof. Hoffentlich gelingt es Jens Arndt bis dahin schon Sponsoren zu finden, die sich für das geplante Buchprojekt über den so geschichtsträchtigen Ort Klein-Glienicke und seine Menschen interessieren.

Jutta Jagßenties, Potsdam

PNN, Mo. 03.01.2005
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Biergarten mit bayerischer Brotzeit
Der Bürgershof im neuen Gewand bietet auch
Almdudler, Spanferkel, Maultaschen und Krustenbraten

Am Ufer des Teltowkanals leuchten die Kunststoffsessel neongrün, weithin sichtbar für Bootsfahrer und Fußgänger, die vom Süden kommend die Parkbrücke passieren. Das Schloss Glienicke liegt im Norden, Schloss Babelsberg im Westen. Dazwischen schlummert ein Tal, Klein Glienicke, wo einst Apfelbäume für den König gepflanzt wurden. Heute ernten dort Kleingärtner die roten Früchte. Manche von ihnen kehren danach in den Biergarten ein. Das romantische Plätzchen am Wasser - hier wurde in den letzten Jahren hausgemachte Sülze und kaltes Bier serviert - gilt auch als Geheimtipp unter den Berlinern. Vor einem Jahr eröffnete der Bürgershof im neuen Gewand.
Acht Jahre lang hat Gunnar Schnabel für die korrekte Rückübertragung gegen die Stadt Potsdam gekämpft. Dagegen ging das Bauen ganz schnell. Jetzt ist aus der Ruine mit dem wilden Brombeergestrüpp ein Biergarten auf englischem Rasen mit Lounge Plätzen am Wasser geworden. Vor der viel zu großen Küche mit dem Ausschank stehen die Gäste in langer Schlange. Nach alter Münchener Biergartentradition holen sie sich die Brotzeit und das Gezapfte selbst. Doch was von außen wie ein Biergarten anmutet, ist im Innern historische Ausstellungshalle oder Café. Von der Kaiserzeit in den zwanziger Jahren bis zur kriegsbedingten Einstellung des Betriebes galt der Bürgershof als renommiertes und größtes Etablissement in der Umgebung von Potsdam.
Heute kommen die Gäste nach einem Spaziergang im Babelsberger Park, einem Fahrrad-Ausflug oder nach der Arbeit aus Potsdam und Berlin und werden von Kuroosh Naderi und seinem Team begrüßt. Der Manager persischer Herkunft sei das Juwel des Lokals, das eine beliebte Arbeitsstätte für Studenten aus Potsdam sei, sagt Schnabel. Seit 15 Jahren ist Naderi in Berlin, organisierte Bankette und Festveranstaltungen im ICC, bevor er Schnabel kennen lernte und der Hauptstadt den Rücken kehrte, um in Potsdam tätig zu sein.
Die Idee, das Restaurant zu sanieren und das historische Hotel, das zerstört wurde, wieder aufzubauen, treibt die beiden um. Schnabel, der in Potsdam wohnt, verbringt seine Freizeit am liebsten in dem Café am Wasser. Er genießt nicht nur die österreichische Küche, die auch Kräuterlimonade bereithält, sondern ebenso den Blick auf die königliche Parkanlage und die vorbeifahrenden Schiffe auf dem Teltowkanal, der die Havel mit den Berliner Seen verbindet. Früher war hier sogar eine Dampferanlegestelle.
Für die Wiedereinrichtung dieser Haltestelle, die an der Bundesstraße liegt, kämpft der Anwalt weiter. Doch dafür braucht er erstmal acht Genehmigungen. Wenn Richter den Biergarten besuchen, kann es schon mal sein, dass sie dem Rechtsanwalt aus Berlin begegnen - doch nicht in der gewohnten schwarzen Robe, sondern mit einem Tablett voller leerer Biergläser.
Und was gibt es zum Bier dazu? Mal Rustikales wie gebrutzeltes Spanferkel mit Brot, Krustenbraten mit Kartoffelsalat, Gewürzsteak, Maultaschen oder Kartoffeln mit Sauerrahm. Für saisonbedingte Tagesgerichte wie Matjes und frischen Spargel aus der Region müssen Gäste 5 Euro, sonst zwischen 3 und 7 Euro berappen. Die Blechkuchen sind vom Bäcker aus Berlin-Charlottenburg frisch gebacken, das Stück Kuchen kostet 2 Euro, Käsekuchen 2,50 Euro.
Bei gutem Wetter können bis zu 650 Personen auf den Bierbänken draußen sitzen - für 160 Personen ist in der Halle Platz genug, um große Feste oder Familienfeierlichkeiten zu begehen. Viel Holz ziert die Decke der lichtdurchfluteten Stehbierhalle aus dem 19. Jahrhundert, die originalgetreu wieder hergerichtet wurde. Der neue Besitzer will die vielen Veränderungen in der Geschichte des Domizils wach halten. Demnächst erscheint ein Buch über das wechselvolle Auf und Ab des Bürgershofs, der schon kaiserliches Tanzlokal, königlicher Biergarten und Garten-Kneipe war und im Grenzstreifen lag.

MAZ, 04/05.07.2005
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